PETRA lebt ihren Traum



Ich wache auf und hatte wieder diesen gottverdammten Traum. Nicht selten sehnsuchte ich auch tagsüber in den Phrasen. Irgendwo hier muss es doch sein, das vermeintlich Unerreichbare. Ich kann es nicht sehen, aber ahnen. Ich kann es nicht haben und deswegen steigert es meine Lust. Ich steuere also mal wieder auf meine Selbstbefriedigung zu und dabei vergesse ich ganz bestimmt nicht mich, dachte ich.

 

Ich wache auf und hatte wieder diesen scheußlichen Traum. Er ist ein gnadenloser Anteil meines Alltags, der bestimmt ist von einer liebevollen Norm. Ich mag es monoton. Die Sequenzen des nächtlichen Donners sind wie unansehnliche Flicken auf einer Hose. Vielleicht nicht schön, aber bloß kein Loch. Ich lasse keine frische Luft dran, denn dann wird es von Dauer sein und die Wunde nicht schlimmer. Ich muss laufen wie geschmiert, damit alle satt werden, dachte ich.

Ich wache auf und hatte wieder diesen großartigen Traum. Er stimmt mich ruhig, wenn ich unermüdlich meine Bahnen schwimmen. Ich bin ein guter Freistiler, halte immer den Kopf über Wasser und habe die richtige Atemtechnik. Immer der Stromlinie nach. Nur noch wenige Züge, dann steige ich aus dem Becken, denn da sitzt und wartet er ja schon auf mich, dachte ich.

 

Ich wache auf und hatte wieder diesen anregenden Traum. Ich bin befallen von der Gier sein Leben zu lieben. Nichts als Sonne würde meinen Allerwertesten beglücken. Vorbei die Hast nach den Pfennigen, ohne die ich mich doch nicht schmücken könnte. Arbeit gönnt sich eine Verschnaufpause und ich mir neue Brüste. Einfach so, dachte ich.

 

Und dann wache ich auf und lebe diesem Traum. Es kratzt. Es kratzt mich schon, dass ein Abgrund eben immer ein Abgrund bleibt. Irgendwann schlage ich auf und nichts weniger als meine eigene Regsamkeit, bringt mich erneut an den Rand des Abgrunds. Von dort habe ich den besten Ausblick und sehe zu wie alle anderen sterben, wusste ich.

HI FANS! 

PETRA